Festhalten macht unattraktiv und nervt – Tipps zum Loslassen

Loslassen - frei seinEs sind immer dieselben Ereignisse, dieselben Emotionen, der gleiche Hass, Zorn, Verletzungen, Beleidigungen, Erniedrigungen, Beschimpfungen, die gleiche Abscheu, die gleiche oder immer grösser wachsende Schuld die wir in Worte, Geschichten und Tränen packen. Immer und immer wieder.
Es sind Menschen, Ereignisse, Situation, Momente die uns nicht loslassen – oder besser gesagt, die wir nicht loslassen oder loslassen wollen.

In meinem Leben gab es schon viele Menschen, die ich als schwierig empfand. Wie würde ich die Charaktereigenschaften dieser Menschen beschreiben? Frustriert, depressiv, negativ und toxisch. Es dauerte nie besonders Lange bis ich Abstand zu jenen suchte und einforderte. Ganz banal gesagt, verlor ich Interesse an diesen Menschen.

Warum waren diese Menschen so? Sie alle konnten nicht loslassen. Sei dies ein verstorbenes Familienmitglied gewesen, ein unangenehmer Vorgesetzter, ein Freund der einmal gelogen hat etc. Sie alle hielten an dieser dramatischen und negativen Situation fest und litten unter ihrer Präsenz und den damit verbundenen Erinnerungen. Und das immer und immer wieder. Bei jeder Gelegenheit wurde neue Energie, Lebensqualität und Lebensfreude an diese gleiche Geschichte verschwendet.

Die Zen-Mönche Tanzan und Ekido gingen eine Landstraße entlang. Nach starkem Regen wurde die Straße extrem matschig. Sie trafen auf eine junge Frau, die gerade die Straße zu überqueren wollte. Der Matsch war aber so tief, dass sie sich ihren Kimono aus feinster Seide schmutzig gemacht hätte. Tanzan hob sie vom Boden und trug sie auf die andere Straßenseite.
Die Mönche spazierten schweigend weiter. Fünf Stunden später, als sie sich dem Tempel näherten konnte sich Ekido nicht mehr zurückhalten. „Warum hast Du die Frau über die Straße getragen?“ fragte er. „Wir Mönche sollten so etwas nicht tun.“
„Ich habe die junge Frau schon vor Stunden wieder abgestellt,“ sagte Tanzan. „Trägst Du sie immer noch mit Dir herum?“

aus Eckhardt Tolle „Eine neue Erde“

Was können wir tun um loszulassen?

Abschied nehmen
Niemand lebt für immer. Egal wie tragisch die Umstände des Todes oder wie unerwartet. Jede Trauer muss ein Ende finden. Es ist kein Verbrechen loszulassen. Auch ich trage meinen Vater nicht mehr auf meinen Schultern.

Vergeben und verzeihen
Nobody is perfect. Und niemand ist nobody. Egal wie verletzend die Erfahrung oder das Ereignis war, das Leben wird leichter und positiver werden ohne die damit verbundenen Gefühle immer wieder aufleben zu lassen. Legt es zu den Akten. Jetzt.

Unsere Einstellung ändern
Wenn ich zurückdenke gab es viele Situationen in meinen Leben die alles andere als angenehm waren, die auch mich verletzt haben oder mir schlimme Sorgen und Todesangst bereiteten. Aus heutiger Sicht gab es keinen negativen Vorfall aus dem ich nicht gelernt hätte. Letztendlich wurde ich dadurch nur noch klüger, stärker und reifer. Ein zweites Mal können mir viele dieser Dinge nicht mehr passieren! So gesehen versteckte sich in allem Negativen auch etwas Positives.

Distanz aufbauen
Sucht physikalische und psychische Distanz zu der Umgebung oder Person, die dem Loslassen im Weg steht. Wenn sich der Einbauschrank vollgestopft mit Erinnerungen nicht mehr ausbauen lässt, dann sucht Euch ein neues Zimmer. Aus der Ferne ist die Sicht meist klarer und loslassen fällt leichter. Distanz ist Freiheit und Freiheit ist Friede, innerer Friede.

Das Leben ist Jetzt
Ich habe dieses Thema in einem früheren Artikel schon angesprochen. Unser Leben findet nur im „Jetzt” statt. Was in der Vergangenheit geschehen ist können wir nicht mehr ändern. Wir können nichts mehr tun oder daran ändern. Time out. Wir haben nur das „Jetzt“ ,die Gegenwart, in der unser Leben stattfindet, also macht das Allerbeste daraus!

Stellt Euch vor Ihr könntet den ganzen Ballst an Wut, Zorn und Hass, den Ihr in Euch tragt einfach ablegen. Wie würde sich das anfühlen? Stellt es Euch mal einen Moment lang vor. Wäre das nicht toll? Wäre dann dass Leben nicht wieder sooo vieel lebenswerter? Ja? Dann legt die Wut ab, legt den Zorn ab, legt den Hass ab, lasst die Vergangenheit die Vergangenheit sein, lasst die Tanten im Büro quasseln. Lasst los. Lebt.

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